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Serapion, mon amour

Serapion, mon amourEin alter Mann betritt den Saal. Gekleidet in Schwarz, das Gesicht hinter Schnurrbart und Brille nur verschwommen zu erahnen. Schleppenden Ganges wandert er ziellos zwischen Säulen umher, die Gebetschnur gedankenverloren hinter sich her ziehend.

Er nimmt Platz auf einem Stuhl am Rande es Saales, streckt die müden Glieder von sich. Wie der Rauch der Zigarette, eben angezündet, aufsteigt und den Raum füllt, so tun es auch die Erinnerungen des alten Mannes.

Indische Tempeltänzerinnen singen melodische Lieder um gleich darauf zu Wiener Walzerklängen auf den Spitzen ihrer Zehen zu tanzen. Eine Afrikanerin wirft in ekstatischem Tanz ihre geflochtenen Zöpfe hin und her. Ein japanisch anmutendender Schauspieler rezitiert in unverständlicher Sprache.

Die Zeit, versinnbildlicht durch riesige Leinwände auf welchen die Tierkreiszeichen stilisiert sind, rast vorbei und zieht immer engere Kreise. Zu gregorianischen Chorälen fliegen 7 alte Männer, während Frau Holle den Schnee auf sie nieder schüttelt.

So folgt Bild um Bild vor meinen Augen, von der Phantasie dankbar angenommen und interpretiert. Ein Feuerwerk in meinem Kopf!

Anderthalb Stunden vergehen wie im Flug. Surrealistische Eindrücke, nonverbale Kommunikation.
Auf jeden wird dieses Theaterstück wohl anders wirken, doch keiner wird unberührt nach Hause gehen.

Serapion, mon amour … ein Theaterabend am 17.3.2006.

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