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Erkrankung eines Fahrgastes

U-BahnJede/r wiener U-BahnfahrerIn hat es wohl schon zig mal über die Lautsprecher der Stationen gehört: „Auf der Linie Ux kommt es derzeit wegen Erkrankung eines Fahrgastes zu Unregelmäßigkeiten. Wir bitten, diese zu entschuldigen.“ Ich auch. Wahrscheinlich bin ich auch nicht die einzige, die sich öfter gefragt hat, was das denn für mysteriöse Erkrankungen sein mögen. Oder stimmt es etwa doch, dass so die Lebensmüden, die sich vor die U-Bahn auf den Gleiskörper werfen „umschrieben“ werden?

Heute habe ich so eine Erkrankung life miterlebt.

Nach dem Büro sitze ich gemütlich im letzten Wagon der U1. Buddha Bar 3 „Dream“ dudelt mir über Kopfhörer in die Ohren und ich lese einen Artikel aus der c‘t, den Alexander für mich rausgerissen hat.

Plötzlich rutscht eine junge Frau unter krampfartigen Zuckungen vom Sitz, wird gerade noch von einem Mann gehalten. Sie verdreht die Augen, ist ganz blass.

Schön zu sehen, wie gleich ein paar beherzte Menschen herbei eilen und Hilfe anbieten. Die junge Frau wird auf den Boden gelegt und in stabile Seitenlage gebracht. Jemand greift zum Handy und ruft die Rettung. Ein anderer drückt den Notknopf und verständigt den Fahrer.

Es stellt sich heraus, dass der Mann, der die Frau gehalten hat auch nur ein zufälliger Fahrgast ist. Die junge Frau liegt jetzt ganz ruhig da, die Krämpfe haben aufgehört.

In der Zwischenzeit sind wir in einer Station eingefahren. Die U-Bahn bleibt mit offenen Türen stehen und über die Lautsprecher höre ich den üblichen Spruch: „Wegen der Erkrankung eines Fahrgastes …“.

Fahrer und 2 Aufsichtspersonen kommen in den Wagon, wo die junge Frau schon wieder etwas Farbe im Gesicht hat. Gleich kommt die Rettung! Sie setzt sich auf, scheint verwirrt. Von hinten drängeln 2 alte Männer, die unbedingt einen auf Schaulustige machen müssen.

Nach einer Weile springt die Frau auf und rennt davon. Nicht ohne ihre Helfer vorher noch ziemlich wüst zu beschimpfen. Ob die nächstes Mal dann immer noch so beherzt sind?

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