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Dienstag, 29. August 2006
Tuning in to India
Morgens 09:30, Embassy of the Indian Republic, Wien …
Wir betreten ein weitläufiges Zimmer, an dessen hinterem Ende eine „Budel” Beamte von Antragstellern trennt. Zwei aufgepickte A4-Zettel teilen die Budel in zwei Schalter: 1 für Passan-, ein- und sonstige -träge und 1 für Visa-Angelegenheiten.
Bei den Passanträgen diskutiert ein Botschaftsangestellter heftig mit einer jungen Inderin, der Visa-Schalter ist unbesetzt.
Die Leute, die sich im Zimmer niedergelassen haben, warten alle auf den Visa-Beamten. Wir natürlich auch.
Nach allgemeiner Befragung wer der letzte ist und ob 09:30 eh stimmt – ja stimmt eh, ist aber halt noch niemand da – lassen wir uns auch nieder.
Die Diskussion zwischen Botschaftsangestelltem und Inderin wird heftiger, lauter und – wir vermuten – auch deftiger. Plötzlich macht es fast KLICK! in unseren Ohren und wir bemerken, dass es sich bei der scheinbar unverständlichen Sprache nicht um Hindi sondern um sowas wie Englisch handelt.
Uh-oh, da geht’s aber heiß her zwischen den beiden. Die Wartenden lächeln einander betreten an – und warten weiter. Die Schlange bei den Passanträgen wird länger.
Irgendwie scheinen einander die junge Inderin und der Botschaftsangestellte jetzt alles an den Kopf geworfen zu haben und die Frau verläßt Türe knallend das Zimmer. Aber nur fast. Denn zuvor stellt sich noch kurz ihre Deutschkenntnisse unter Beweis, indem sie den Botschaftsangestellten lautstark als Ar*peep*loch! bezeichnet. Schau, schau, multilingual. Die Wartenden lächeln einander betreten an – und warten weiter.
Um 09:45 kommt der für die Visa zuständige Beamte. Wie die Motten zum Licht drängeln die bei den Passanträgen angestellten Inder zum Schalter und sind baff erstaunt, dass wir auch alle warten und auch noch vorher da waren. Sie lächeln uns betreten an – und warten in ihrer Schlange weiter.
Mit einem Visum hätten sie als Natives ohnehin nichts angefangen.


