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Dienstag, 24. Oktober 2006
Ein Stückerl Ewigkeit
Die Wiener und der Tod – diese Beziehung ist sprichwörtlich und viel zitiert. „Dem Tod seine Stadt” nennt auch Goggo Gensch seinen Film, in dem er unsere Heimatstadt in der Kultur-Dokumentationsreihe „Schätze der Welt” vorstellt. Welche andere Stadt kann schon gleichzeitig Mozartgrab und Herzgrüfterl bieten?
„A schöne Leich” war immer wichtig für die Wiener. Das musste einst auch Kaiser Joseph II. zur Kenntnis nehmen, gegen dessen Sparsarg die Bevölkerung wegen zu arger Schmucklosigkeit Sturm lief. Hygiene hin, Wiederverwendbarkeit her, wenigstens die Bestattung muss eine repräsentative sein!
Den bereits vorhandenen Möglichkeiten einer solchen fügten unsere Pompfineberer (wienerisch für Leichenbestatter) jüngst eine weitere hinzu: die Diamantbestattung.
Hierbei wird aus einem Teil der Asche des Verstorbenen in einem recht aufwendigen Verfahren ein Diamant hergestellt. Diesen können dann die Hinterbliebenen aufstellen oder sogar als Schmuckstein bei sich tragen. Ein Diamant als Symbol für die Unvergänglichkeit also quasi ein privates Stückerl Ewigkeit. Irgendwie ein durchaus tröstlicher Gedanke, seine Liebsten zumindest so bei sich zu haben …
Erfinder dieser Bestattungsart war jedoch kein Wiener sondern ein Schweizer. Aber vielleicht wenigstens mit wiener Verwandschaft?
[gefunden auf wien.orf.at]


