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Sonntag, 12. November 2006
Die Fauna Korfus
Dass ich britischem Humor nicht abgeneigt bin, wisst Ihr ja schon und so berichte ich heute wieder einmal über einen Film, der Langstreckenflüge zwar immer noch langwierig, nicht aber langweilig sein läßt.
My Family and Other Animals erzählt die Geschichte einer exzentrischen englischen Familie, die eines Sommers vor dem trostlos deprimierenden Wetter Großbritanniens auf die griechische Insel Korfu flüchtet. Mrs. Durell, in mittleren Jahren, verwitwet und weibliches Oberhaupt dieses eigenartigen Clans, hat dem Quengeln und Drängeln ihrer Lieben nachgegeben und ist mit Sack und Pack inklusive eigener Bettwäsche ins ungewisse Abenteuer aufgebrochen.
Kaum auf Korfu angekommen, prallen denn auch die unterschiedlichen Kulturen aufeinander und nur dem plötzlichen Auftauchen von Spiro, einem quirligen Griechen und dem einzigen Englisch sprechenden Insulaner, ist es zu verdanken, dass das fremde Quintett wenig später unbeschadet eine Bleibe in Form einer ausrangierten aber geräumigen Villa bezieht.
Unter Spiros Fittichen entfaltet sich denn auch jeder der Durells entsprechend seiner Neigungen: Gerald, Autor der Geschicht und zum damaligen Zeitpunkt 12 Jahre alt, geht seiner Liebe zu den Naturwissenschaften nach und schleppt so ziemlich alles, was da kreucht und fleucht ins neue Zuhause. Von Rosenkäfern über Schildkröten bis zu Raupen ist im Bubenzimmer jede Spezies vertreten.
Margo, die Tochter im schwierigsten Teenager-Alter, denkt nur an Burschen und wechselt ihre mehr oder weniger zaghaften ersten Liebhaber so rasch wie ihre Badeanzüge, welche in den sorgenvollen Augen ihrer Mutter ohnehin viel zu viel zeigen. Entzückend auch die Szene, in welcher Spiro den tränenreichen ersten Liebeskummer von Margo teilt.
Bruder Leslie kann dank wenig Bevölkerung und genügend Objekten seiner etwas unheiligen Schießobsession nachgehen, während Larry, der älteste Spross der Familie, durch die Ankunft seiner äußerst schrägen Literatenfreunde für Turbulenzen in Form von Umzügen in größere und kleinere Villen sorgt.
Und über all dem Chaos wacht zwar mehr ratlos als erziehend, jedoch stets liebevoll Mutter Durell. Die sommerliche Idylle wird jäh durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges beendet, der die Familie zurück ins heimische England treibt. Trotz tränenreichen Abschieds von der griechischen Insel und seinen Bewohnern, liegt auch ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft in diesen Jungenderinnerungen von Gerald Durell.
Die Rollen sind hervorragend besetzt, allen voran seien Imelda Staunton als Mutter Durell und Omid Djalili als gefühlvoller Spiro erwähnt. Die Dialoge sind witzig, die Szenen schräg – überall ist die wunderbare Ironie des britischen Humors zu spüren – und die Naturaufnahmen der griechischen Insel sind ebenfalls sehr gelungen.
Wem Englisch kein Problem macht (der Film ist nur im englischen Original verfügbar), dem kann ich dieses „Masterpiece Theater” nach dem Roman von Gerald Durell wärmstens empfehlen!



Hallo,
stimme da voll zu… eigentlich schade, dass es keine deutsche Syncronisation gibt. Auch hätte ich als Korfu Liebhaber auch gerne einmal das Korfu vor dem touristischen Boom kennengelernt. Im Gegensatz zu Heute hätte man sicher ein ganz anderes Bild der Insel bekommen.