Zur Jause » « 20.000 Meilen unter dem Meer
Freitag, 23. Februar 2007
Tofu zum Niederknien
In der asiatischen Küche ist Tofu oder Bohnenkäse nicht wegzudenken. Und auch bei uns ist Tofu längst nichts Exotisches mehr und wird gerne als Fleischersatz verwendet bzw. wegen seiner Isoflavone von den „großen Mädels“ geschätzt (Isoflavone sind so etwas wie pflanzeneigene Östrogene, welche typische Begleiterscheinungen der weiblichen Wechseljahre mildern). Das mit dem „gerne“ ist allerdings vielleicht doch ein bisserl übertrieben.
Der Tofu, den man bei uns in der Reformecke der Supermärkte bekommt – geräuchert oder natur – ist geschmacklich doch eher dem Wettex Schwammtuch
verwandt als dem zartschmelzenden Vanillepudding. Meist hilft nur tagelanges Einlegen in Marinade, unseren (vor allem den männlichen!) Geschmacksknospen so etwas wie ein gustatorisches Abenteuer vorzugaukeln.
Dementsprechend mäßig war auch die Begeisterung, als heute im chinesischen Spezialitäten-Restaurant (welches ganz und gar nichts mit den üblichen Chinesen gemein hat) Tofu-Variationen als erster Gang angeboten wurden. Doch was dann kam, lässt sich kaum beschreiben.
6 kleine Schälchen mit Bohnenkäse, der unterschiedlicher und köstlicher nicht hätte schmecken können!
Von dunkelbraunen Stückchen, die in Konsistenz und Geschmack an mariniertes Rindfleisch erinnerten, bis zu sogenanntem Seidentofu, der flüssig und so glatt wie Panna Cotta war. Herrlich! Auch die Augen der eher Soja verachtenden männlichen Tischkollegen wurden immer runder, während sie begeistert löffelten.
Wer sich diese und die darauf folgenden Köstlichkeiten nicht entgehen lassen will, dem sei das Restaurant Goldene Zeiten empfohlen. Shanghai- und Sichuan-Küche vom Allerfeinsten, zubereitet von Chef de Cuisine Jian Zhao und eine liebevoll-grantige Betreuung der Besitzerin Mingming sind garantiert.
Reservierung nicht vergessen und wer ein Degustationsmenü will – vorbestellen!



Lese Schuschels Senf fast täglich. Danke für die infos.
Kann nicht immer in Wien sein, habe auch ein Standbein in Wedel.
War kürzlich ebenfalls in einem Xiao (schreibt sich etwas anders, hat ein prima Menu und hebt sich wohltuend von den Aquarien, Drachenmuseen, Pseudo Fengs ab. Vielleicht ein Tipp für Sie. Menu steht in meinem blog.
Servus Peter!
Wie schön einen Stammleser virtuell kennenzulernen! Danke für den chinesichen Gegentipp – werden wir bei Gelegenheit gerne einmal heimsuchen. Ich hab im Blog vorbei geschaut und gleich ein bisserl „Heimweh“ nach dem Yppenmarkt bekommen. Schräg vis-a-vis (Ecke Ottakringerstr./Bergsteigg.) haben wir auch eine Zeit lang unterm Dach gewohnt. Der Markt fehlt mir sehr – vor allem die Bauernzeile und das Frühstücksmüsli im C.I.! Der Viktor-Adler-Markt kann einfach nicht mithalten …
liebe Grüße aus Favoriten,
Karin