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schäbiger Charme

Wer kennt sie nicht! Diese Krimis, in welchen der Täter oder die Täterin anhand einer Schreibmaschine mit ungleichmäßigem Schriftbild identifiziert wird. Oft war es das stets erhöhte „s“, das ewig blasse „o“ oder das schiefe „G“, welches Spürnasen von Columbo bis Miss Marple auf die richtige Fährte brachte. Im Zeitalter der Computer ist es wohl vorbei mit solchen „schrägen Typen“. Sollte man meinen … doch weit gefehlt!

Eduardo Recife ist ein brasilianischer Designer mit einem Auge für den Einsatz von „schäbigem Charme“. Oft ist es ja gerade das Fehlerhafte, was eine ganz besondere Wirkung erzielt. Z.B. auf CD- und Buch-Covers oder auf Plakaten kommen seine „Misprinted Fonts“ zum Einsatz. Die „Druckfehler“ haben dann auch so sprechende Namen wie z.B. „Nagelkratzer“ (das geht ja noch) oder gar „Pferdekotze“ (*bääääh!*).

Wie auch immer die Fonts heißen mögen, für viel Text sind sie natürlich nicht gedacht. Aber für ein Wort oder auch einen Satz, der herausstechen soll, erfüllen sie genau diesen Zweck. Auch wer einen nostalgischen Touch für ein Schriftstück braucht, wird seine Freude daran haben. Nur wer Böses im Schilde führt, möge lieber weiterhin cleane, einheitliche Schriftsätze verwenden sonst ist „schuldig“ bald mehr als nur ein weiterer Font-Name.

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