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Der Stadtneurotiker …

Manhattan, Brookly Bridge… ist in die Jahre gekommen. Anlässlich seines 70. Geburtstags, den Woody Allen gestern gefeiert hat, ein paar persönliche Assoziationen zu diesem wie ich finde genialen Regisseur.

Meinen ersten „Kontakt“ hatte ich so ca. mit 15 Jahren, als mich ein damals Angebeteter ins Kino zu „Manhatten“ verschleppte. Die mehr als 50 Einstellungen der Metropole, die zu Beginn des Films zu Gershwins „Rhapsody in Blue“ über die Leinwand ziehen, haben wohl meine Erwartungen gegenüber New York City nachhaltig geprägt (und wurden Jahre später bei einer Vorort-Inspektion auch nicht enttäuscht). Nostalgisch, intelektuell, liebenswürdig und ziemlich verschroben präsentiert sich die Stadt mit ihren Bewohnern. Dass der Film in schwarzweiss gedreht wurde, passt perfekt zur melancholischen Stimmung.

Woody Allen selbst ist nicht nur für mich sondern für Millionen Menschen zum Inbegriff des New Yorkers geworden – in seinen ausgebeulten Cordhosen und Pullovern duscht er wohl auch, einen guten Friseur hat er in all den Jahren nicht gefunden und für mehr als die Krankenkassenbrille scheint es immer noch nicht zu reichen. Kein Wunder, wenn doch alles für die Psychoanalyse diverser Neurosen und sonstiger Seelenblähungen drauf geht! ;-)

Es ist aber auch wirklich zu depremierend wenn man bedenkt, dass a) unser Dasein völlig sinn- und zwecklos sondern purer Zufall und b) das Universum insgesamt in Auflösung begriffen ist. Ist eh alles für die Katz! Also eigentlich könnte Woody Allen auch ganz gut als Wiener durchgehen. Vielleicht mag ich ihn aufgrund dieser gewissen Seelenverwandschaft so gerne?

Auch seine Zitate finde ich großartig, denn sie zeigen die Dinge meist aus der tragisch-komischen Perspektive. „Alles in allem würde ich Ihnen gerne eine positive Botschaft mit dem auf den Weg geben – ich habe aber keine. Würden Sie eventuell auch zwei negative nehmen?“ meinte er z.B. über den Beginn einer guten Rede.

Tja, und die Moral von der Geschicht? Man muss weder schön noch perfekt sein, um als liebenswert zu gelten und Erfolg zu haben. In diesem Sinne werde ich mir heute „Alle sagen: I love you“ im Fernsehen anschauen.

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