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Samstag, 7. Juli 2007
Die Narren in Wien
Unserer Heimatstadt wird ja allerhand Morbides und Skurriles nachgesagt – so ist Wien als „dem Tod seine Stadt“ bekannt und auch dass es bei uns einen „Gugelhupf“ gibt, hat sich schon herumgesprochen.
Mit letzterem ist allerdings in diesem Zusammenhang nicht die flaumige Mehlspeis gemeint, die’s zur Kaffeejause gibt, sondern jenes eigenartige Bauwerk, welches auf den Gründen des Wiener AKH steht. 1784 ließ der fortschrittliche Kaiser Joseph der II. den Narrenturm errichten, um hier Geisteskranke adäquat unterbringen zu können.
Aufgrund seiner außergewöhnlichen Form mit dem abgeflachten Dach wurde die Irrenanstalt alsbald als „Josephs Gugelhupf“ bekannt. Auch sonst gibt die Architektur des Gugelhupf das eine oder andere Rätsel auf.
Lange Zeit fristete der Narrenturm dann ein eher unscheinbares und fast vergessenes Dasein, nachdem AKH Direktor Frank die Narrenschau verbot, die sich manche Wiener gegen ein kleines Trinkgeld der Wärter zur Belustigung gönnten.
Nur gelegentlich kamen noch Besucher, um sich die pathologisch-anatomische Sammlung im hier errichteten Museum anzusehen. Schaurig schön … Doch dieser Dämmerschlaf soll nun zumindest für einen weiteren Narrensommer unterbrochen werden!
So wie schon 2006 gibt es im Juli und August immer Donnerstags ab 18:30 Vorträge zu Pathologie und Psychologie. Die Veranstaltungsreihe läuft unter dem Titel „Tower of Power“, der Eintritt kostet € 6,–.
Sicherlich einmal eine etwas andere Seite von Wien, die nicht jeder kennt!
Tags: Museum, Skurriles, Wien

