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Beleidigte Bischöfe

Nein, anders als bei besoffenen Kapuzinern handelt es sich hierbei leider nicht um kulinarische Verbesserungsvorschläge für Mitteleuropa sondern um vergrämte Geistliche. Im Vatikan kann man nicht verstehen, dass der Petersdom und die Sixtinische Kapelle nicht ebenfalls als Kandidaten für die Weltwunder-Wahl (Schuschels Senf berichtete) nominiert waren.

Sie sind übrigens nicht die einzigen, denen die Wahl nicht passt. Die UNESCO als oberste Instanz des Weltkulturerbes distanziert sich ebenso wie einige Kunstexperten, die ebenfalls nicht eingebunden waren. Nur Kommerz die Aktion oder doch eine gute Sache? Das muss wohl jeder für sich entscheiden.

Mir tut’s leid, dass die Alhambra nicht unter den 7 gewählten Wundern ist, die gefällt mir nämlich mit ihren wunderbaren Gärten besonders gut. Dafür finden sich viele andere Denkmäler in der neuen Wunderliste, für die ich ebenfalls gestimmt habe.

Schaun wir mal, was noch Wunderbares mit den neuen Wundern passieren wird … ;-)

[Quelle: nachrichten.at]

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3 Kommentare to “Beleidigte Bischöfe”

  1. Anjani schrieb am

    Ich finde es geradezu anmaßend, dass vor einem so kommerziellen Hintergrund der Titel „Weltwunder“ so billig beliehen wird. Auch die rein subjektive Abstimmung im Internet unter rein ästhetischen und emotionalen Gesichtspunkten missfällt mir persönlich sehr. Die (alten) sieben Weltwunder bestachen tatsächlich durch ihre Außergewöhnlichkeit, sind lange überliefert und nicht durch eine Horde von Laien auserwählt, sondern von Gelehrten aufgelistet.
    Was mich beruhigt: Schon lange wird die Liste erweitert, abgeändert und in Frage gestellt – und doch sind die von Antipatros in der Antike aufgelisteten die heute noch bekanntesten.

  2. Gerlinde schrieb am

    Es gibt so viel Wunderbares auf dieser Welt, dass man sich nicht grad auf die Zahl sieben beschränken sollte und es meiner Meinung nach ruhig jedem Einzelnen überlassen, welche denn für ihn die Wunderbarsten sind.

  3. Karin schrieb am

    Servus Anjani!
    Tja, leider war ich ja seinerzeit nicht dabei, als die alten sieben Weltwunder der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Wäre sicher lustig gewesen und wahrscheinlich gar nicht so viel anders als die jetzige Wahl. :mrgreen:
    Herodot war wohl einer der ersten, der so eine überlieferte Liste verfasste. Und ja, auch der von Dir genannte Antipatros von Sidon übte sich im Listenschreiben. Das tat der Dichter übrigens anläßlich des Verfassens eines Reiseführers. Auch Philon von Byzanz, ein Tausendsassa von Erfinder, Kronstrukteur und Schriftsteller führte wieder eine Wunderliste.
    Zwischendurch kamen aber nebst der alten Weltwunder auch andere Bauwerke wie der Hörneraltar im Tempel des Apoll zu Delos (der wird übrigens auch von der UNESCO geführt!) oder das siebentorige Theben auf irgendwelche Listen wundersam rauf und davon auch wieder runter. Du hast also recht: das Ändern, Erweitern und in Frage stellen der Wunderliste geht schon lange so – mindestens seit der Antike. ;)
    Die Befürworter dieser Bauwerke waren dann sicherlich ebenso enttäuscht oder beleidigt wie die Herren Bischöfe heute.
    Das bloße Repetieren einiger (und nicht mal immer derselben!) Bauwerke einer – aus heutiger Sicht – sehr eingeschränkten geographischen Region und aus einem für die Antike typischen aber doch eingeengten Blickwinkel betrachtet, macht sie in meinen Augen nicht „tatsächlich außergewöhnlicher“ als die neuen 7.
    Und warum soll die Wahl einer „Horde von Laien“ nicht ebenso gültig sein wie das Diktat einiger Schriftsteller und Weltreisender? Wahrscheinlich wollten die Herren mit ihren Veröffentlichungen seinerzeit auch direkt oder zumindest indirekt ihren Unterhalt bestreiten. :roll:
    Wenigstens sind die neuen 7 Wunder noch zu besichtigen und ich hoffe, die Aktion trägt dazu bei, dass es noch lange so bleibt! :)
    liebe Grüße,
    Karin

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