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Sonntag, 22. Juli 2007
fabelhaftes Wohnaccessoire
O dieses ist das Tier, das es nicht giebt.
Sie wußtens nicht und haben jeden Falls
— sein Wandeln, seine Haltung, seinen Hals
bis in des stillen Blickes Licht — geliebt.
aus „Die Sonette an Orpheus. Zweiter Teil, Vers IV“, Rainer Maria Rilke
Das Einhorn – mythisches Fabeltier, das sich vor allem im Mittelalter großer Beliebtheit erfreute. Was hat man ihm nicht alles an wundersamen Kräften zugeschrieben. Ähnlich einem Pferd, doch von strahlend weißem Fell, mit einem kleinen Ziegenbärtchen unterm Kinn und gespaltenen Hufen und natürlich mit dem magischen Horn auf der Stirn.
Das Horn war vor allem gut um Gift zu neutralisieren. In einen vergifteten Teich getaucht erlangte dieser wieder Trinkwasserqualität und vergifteter Wein aus einem Trinkgefäß aus Einhorn genossen, verlor gänzlich seine schädliche Wirkung.
Nur das Fangen des Tieres gestaltete sich ein wenig schwierig bedurfte es doch einer reinen Jungfrau dazu. Und die sind bekanntlich schwer zu finden – heute so wie damals.
Bei unserem Schottland-Besuch im Juni konnten wir Repliken der wunderschönen Einhorn-Tapisserien in Stirling Castle bewundern. Einst hat ein ganzer Zyklus über die Jagd des Fabeltieres auf fein gewebten Teppichen die steinernen Wände des Schlosses geschmückt.
Zur Erinnerung haben wir ein kleines Kissen mit dem Konterfei der wundersamen Spezies mitgenommen, welches nun ganz fabelhaft unsere Couch ziert. Zum Glück müssen wir das Tier nicht mehr fangen! ![]()


