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Donnerstag, 26. Juli 2007
Wohnen im Krauthappl
Nein, dieser Beitrag handelt nicht von Schädlingen oder Pilzen, welche sich in Kohlgewächsen einnisten. Krauthappl und zwar goldenes nennt man in Wien die Secession. Es ist das Austellungsgebäude einer Gruppe von bildenden Künstlern, welches 1898 von Josef Maria Olbrich, einem Schüler Otto Wagners und Mitglied der Wiener Secession, an der Wienzeile errichtet wurde. Seinen sprechenden Namen verdankt das Jugendstil-Gebäude einer Kuppel aus vergoldeten Lorbeerblättern und -früchten, welche filigran das Dach des Hauses ziert.
Berühmt geworden durch namhafte Vertreter jener Künstlervereinigung wie Koloman Moser, Josef Hoffmann und den allseits und auch bei mir besonders beliebten Gustav Klimt, dessen Beethoven-Fries in den Räumen des Krauthappels ausgestellt ist, sorgte die Secession einst und jetzt durch ungewöhnliche künstlerische Auftritte für Aufsehen und Gesprächstoff.
Für 2008 ist nun geplant, direkt im Krauthappl eine exklusive Hotelsuite zu errichten, die tageweise gemietet werden kann. Dazu wird das Dach mehr oder weniger zur Gänze eingerüstet, sodass niemand außer den Bewohnern und deren Gästen in den Genuss der Lorbeeren kommen kann. Auch für sanitäre Einrichtungen wird temporär gesorgt.
Die Idee stammt vom japanischen Künstler Tatzu Nishi, der mit der Aktion das Gebäude als historisches Denkmal thematisieren möchte. Der Preis steht noch nicht fest, soll aber für jederman leistbar sein.
Na, ich bin gespannt! Komisch ausgesehen – so wie 1998 als sie zur 100-Jahr-Feier gänzlich rot „angeschmiert“ war – hat die Secession ja schon öfter mal.
[Quelle: Secession: HIER ENTSTEHT EIN HOTEL]


