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Mittwoch, 17. Oktober 2007
Die Rattenfänger von Mizoram
Einst mussten tapfere Ritter Kopf oder Zunge des getöteten Drachens zum Beweis vorlegen – damit sie dann auch das halbe Königreich und die allerliebste Prinzessin bekamen.
Heue legen indische Bauern die Schwänze der von ihnen erlegten Ratten vor und kassieren dafür 3 bis 4 Cent das Stück, weil sie zur Beseitigung einer akuten Plage beitragen.
Dabei ist so ein Rattenmord für einen Inder gar nicht so einfach, handelt es sich doch um das Reittier des allseits sehr beliebten Gottes Ganesh (der mit dem Elefantenkopf). Sogar eigene Tempel gibt es für die Nager, wo diese als heilig verehrt werden. Da braucht’s also gar nicht erst putzige Gourmet-Ratten wie Ratatouille, um in tiefste Gewissenskonflikte abzustürzen …
Doch da es ja um’s eigene Futter geht – die aktuelle Bambusblüte lässt Ratten sich explosionsartig vermehren, sodass aufgrund der Rattenplage eine Hungersnot droht – schützen weder Heiligkeit noch Verniedlichung die Nager vor der Jagd. Ich möchte lieber gar nicht wissen, was mit den schwanzlosen Tierleichen geschieht …
[Quelle: oe24.at]
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