Hinten anstellen! » « Isso! ELIZAs Schwester

Leopolditag

SchleierlegendeHeute ist der Gedenktag des Hl. Leopold, Landespatron von Niederösterreich und auch von Wien (letzteres stammt noch aus der Zeit als Wien noch die Landeshauptstadt von NÖ war). Da ich selbst aus der Nähe von Klosterneuburg komme, erinnert mich der Leopolditag an meine Volksschulzeit.

Nicht nur, dass am Leopolditag schulfrei ist, nein es gibt auch noch andere Freuden! Doch schön der Reihe nach …

Der Heilige, um den’s heute geht, ist kein geringerer als der Babenberger Markgraf Leopold III. Leopold war mit Agnes, der Schwester Heinrichs V. verheiratet. Ob seiner Klostergründungen – Klosterneuburg, Heiligenkreuz und Kleinmariazell gehen sozusagen auf seine Rechnungen, wobei Agnes Mitgift sicherlich nicht hinderlich war – und wegen der friedlichen Zeiten, die unter seiner Herrschaft vorherrschten, war er beim Volk sehr beliebt.

Um die Gründung von Stift Klosterneuburg rankt sich die sogenannte Schleierlegende. Es wird erzählt, dass ein Windstoß Agnes Brautschleier fortwehte, als sie sich frisch vermählt mit Leopold auf dem Erker zeigte. Der Markgraf schwor daraufhin ein Kloster an der Stelle zu gründen, an welcher der Schleier wieder gefunden würde. Neun Jahre lang hat er dann Zeit zum Sparen gehabt, denn solange dauerte es, bis sich das bräutliche Gespinst wieder fand.

Bei einem Jagdausflug wurde es von den Hunden angezeigt und schließlich von Leopold unversehrt aus einem Hollerbusch geborgen. Na wenn das kein göttliches Zeichen war! Sich an sein Gelübde erinnernd ließ er das Stift errichten und berief die Augustiner Chorherren nach Klosterneuburg, wo der Orden auch heute noch vertreten ist.

Doch die Jagd hat Leopold nicht immer Glück gebracht, denn am 15. November 1136 erlag er den Verletzungen eines Jagdunfalles und verschied. Es gibt sogar Spekulationen, dass aufgrund von Familienstreitereien dem Unglück nachgeholfen und Leopold ermordet wurde. Seine – und später auch Agnes – Gebeine wurden jedenfalls in Klosterneuburg beigesetzt.

1485 wurde Leopold heilig gesprochen und damit wurde Klosterneuburg zum Wallfahrtsort und des Markgrafen Sterbetag zum Leopolditag.

Traditionell pilgert man zu Leopoldi zuerst einmal ins Stift, um sich den Verduner Altar und die Gebeine des Heiligen anzusehen. Danach geht’s auf den Leopoldimarkt, eine Art Kirtag, der ein paar Tage rund um den Feiertag stattfindet, und anschließend zum Fasslrutschen.

Gegen ein kleines Entgelt klettert man über eine Holzleiter auf ein Tausend-Eimer-Fass und rutscht auf der anderen Seite wieder hinunter. Auch da gibt es natürlich wieder eine Sage dazu, nach welcher der Brauch auf einen Weinbauern zurückgeht, der unterm Pantoffel seiner Frau stand. Andere führen das Rutschen wieder auf die Abgabe des Zehentweines zurück.

Wie auch immer, beim Rutschen darf man sich jedenfalls was wünschen und der Erlös kommt einem guten Zweck wie z.B. einem Zuhause für rumänische Straßenkinder zu Gute.

Lang schon war ich nimmer in Klosterneuburg und Leopoldi ist eigentlich ein guter Anlass, wieder einmal vorbei zu schauen. Sollte das Wetter dagegen sprechen (es ist unglaublich, wieviel Schnee die letzten paar Stunden in Wien gefallen ist!), dann kann’s auch ein andermal sein – Klosterneuburg ist auch abseits von Markt und Fass einen Ausflug wert.

Tags: , ,

Ähnliche Beiträge hier auf Schuschels Senf:

Derzeit gibt es noch keinen Kommentar.
Wir freuen uns, wenn Deiner der Erste ist.

Diesen Eintrag kommentieren

Subscribe without commenting

 Hinten anstellen! » « Isso! ELIZAs Schwester