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triestinsches Marzipan

Altwiener Christkindlmarkt 2007, Am HofWenn ich mich figurmäßig auch jetzt kasteien muss, so weiß ich doch warum und hab’s genossen!

Sonst eher pikanteren Geschmacksrichtungen zugeneigt, bekomme ich im Winter oft doch auch Lust auf Süßes und da wurde mir eine vorweihnachtliche Entdeckung zum besonders köstlichen Verhängnis.

Am Altwiener Christkindlmarkt auf der Freyung wurde Marzipan der allerfeinsten Art angeboten!

Schon um diese Süßigkeit an und für sich ranken sich ja einige hübschen Begriffe oder auch Geschichten. So nannte Thomas Mann Marzipan „Haremskonfekt“, da er von den Zutaten Mandeln, Zucker sowie Rosenwasser auf den Orient schloss. Damit hatte er auch bestimmt nicht unrecht, denn die einstmals den Reichen und Edlen vorbehaltene Leckerei soll aus dem arabischen Raum über Venedig nach Europa gekommen sein.

Eine Legende rankt sich um das bekannte Lübecker Marzipan, wonach dieses während einer Hungersnot im Jahre 1407 entstanden sei. Mehl für Brot gab es keines mehr, dafür waren die Vorratskammern angeblich voll mit Zucker und Mandeln, aus welchen die Bäcker angewiesen wurden etwas Nahrhaftes für die Landsleute zu erzeugen. Das taten sie denn auch und verarbeiteten alles zu einer Masse, aus welcher sich Laibe formen ließen. Auch etwas Rosenwasser taten sie noch daran – schließlich hat man das während einer Hungersnot ja stets zur Hand ;) . Dieses neue Nahrungsmittel wurde dann nach dem Schutzheiligen der Stadt Markusbrote (lat. marci panis) genannt – und schon haben wir eine weitere Erklärung für die Herkunft des Namens.

San Marco ist bekanntlich auch der Schutzheilige Venedigs, weswegen der Ursprung des Wortes Marzipan auch von den Venezianern gerne beansprucht wird.

Das Marzipan vom Altwiener Christkindlmarkt kommt jedoch aus Triest und wird exklusiv von Luisa Petronio-Pieber feilgeboten. Zu den appetitlichen Schnittchen (ich kann mich zwischen Aprikose, Pistazie und Walnuss gar nicht entscheiden!) gibt es nachfolgenden „Beipackzettel“:

Das triestinische Marzipan, sowie die „Favette“ (Marzipan Kugeln) blicken auf eine sehr lange Tradition zurück. Das Wort Marzipan wurde von „pane di mandorla“ abgeleitet und bedeutet ursprünglich Mandelbrot.

Marzipan wurde zu speziellen familiären Feiern wie Hochzeiten zubereitet, um ein glückliches langes Leben zu wünschen.

Anlässlich der Einweihungsfeier des Schlosses Miramare im Herbst des Jahres 1860, wurden diese köstlichen Süßigkeiten Maximilian von Habsburg und seiner Frau Charlotte sowie ihren erlauchten Gästen, zur Feier des Tages gereicht. In der Folge fand dieses köstliche Produkt seinen Weg auch in die übrige Habsburgermonarchie.

Heutzutage werden Marzipan und die „Favette“ speziell zur Weihnachtszeit angeboten. Die kunstvolle handwerkliche Verarbeitung, sowie die ausgewählten Zutaten, machen dieses Produkt zum Klassiker der triestinischen Konditorkunst.

Falls Ihr Marzipan liebt und nächstes Jahr mit mir in das figürliche Lamento „same procedure …“ einstimmen wollt, kann ich Euch diese Spezialität vom Altwiener Christkindlmarkt allerwärmstens empfehlen!

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Kommentar/e

  1. 11. Januar 2008 - 17:11

    Mit Marzipan kann man mich nicht wirklich locken. Ich ess ihn, wenn ich ihn angeboten bekomme, aber Schokolade in jeder Form ist mir weitaus lieber.

  2. 11. Januar 2008 - 20:19

    Schokolade für mich bitte nur zartbitter – Milch- oder weiße Schoko überlasse ich Dir gerne :eis: . Das Tolle an dem triestiner Marzipan ist für mich, dass es nicht so süß ist. Gar kein Vergleich mit der Masse, die man sonst so bekommt als Schweinderl, Obst oder zum Backen.

  3. 12. Januar 2008 - 23:37

    Weiße Schoki ist ja keine wirkliche Schoki, also kommt sie für mich auch nicht in Frage. Aber neugierig hast mich jetzt doch gemacht auf deinen triestiner Marzipan – die nächsten Weihnachten kommen bestimmt und dann probiere ich den doch :-)

  4. 13. Januar 2008 - 19:27

    Jössas, eines der für Dich womöglich ausschlaggebenden Argumente für dieses Marzipan hab ich ganz vergessen: es gibt Kaffee-Marzipan!!! :grins:

  5. 14. Januar 2008 - 00:48

    Na dann – Pflichtverkostung nächsten Advent :-)

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