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Heimatgefühle

Bei der morgendlichen Lektüre am Weg ins Büro bin ich zufällig über ein paar Wienführer des Falter Verlages gestolpert. Von Jugendstil und Friedhöfen, von Altstadtspaziergängen und Lieblingsorten erzählen die Bücher, die ich flugs auf meinen gesetzt hab *zum Christkind schiele*.

In Tulln geboren, in Altenberg aufgewachsen (zumindest bis ich 9 war) und erst mit 18 eine Wohnung in Wien beziehend, bin ich eine klassische „Zuag‘raste“. Womit ich mich – was meinen Ursprung anbelangt – nahtlos an zahlreiche andere echte Wiener reihe.

Waren Sendungen wie „ein echter Wiener geht nicht unter“ bei meinen Eltern noch verpönt und die Hauptfigur „Edmund Sackbauer aka Mundl“ der Inbegriff des Proleten, von dem sich Gutbürgerliche tunlichst weit zu distanzieren haben, so liebe ich solche Originale, derer es genügend auch im realen Leben gibt, heute umso mehr.

Aber nicht nur der für meine Heimatstadt typische Menschenschlag hat es mir angetan, auch und besonders die Stadt selbst mit ihren Sehenswürdigkeiten, Kunst & Kultur und vor allem mit den G’schichtln, besonderen Grätzln, Platzerln, Beisln. Nicht zu vergessen auch unsere unschätzbaren Naherholungsräume – der Wienerwald, die Donausinsel. Welche andere Metropole kann sowas schon bieten?

Und so merke ich, dass mir Jahr um Jahr das Herz mehr aufgeht, wenn sich nach Urlaubs- oder Geschäftsreisen in fernen Ländern der Flieger wieder Wien Schwechat nähert und ich im Landeanflug entweder Donau und Hausberge oder Felder und Stadlauer Ziegelteiche sehe. Richtig zu Hause fühl ich mich dann, wenn der lang gezogene und leicht raunzende Dialekt wieder an mein Ohr dringt.

„Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.“

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