Sonntag, 17. Februar 2008
Palmensonntag
In einer Behausung wie dereinst Diogenes, nämlich in einem Holzfass, zog 1953 eine Palme ins Palmenhaus in Schönbrunn. Doch diese Wohnung wurde ihr zu eng sie sprengte sie in den 80er Jahren und grub ihre Wurzeln ins Erdreich. Das wiederum hatte zur Folge, dass der Baum viel schnell wuchs, als dies sonst der Fall gewesen wäre und nun ist ihm nicht nur sein Schuhwerk zu eng, sondern gleich das ganze Palmenhaus, in dem er steht.
25 Meter ist die Pflanze hoch – eine Höhe, die sie in der freien Wildbahn wohl kaum erreicht hätte. Eher hätte ein tropischer Wirbelsturm ihr Streben nach Höherem jäh beendet. Doch auch ihr Alter ist mit 170 Jahren äußerst stattlich und sie macht ihrem Namen – Sisi-Palme – aller Ehre.
Bevor die Riesenpalme jetzt auch noch das Palmenhaus selbst sprengt, muss sie leider dran glauben. Morgen wird die alte Dame stückchenweise abgesägt und ihr Holz soll sogar versteigert werden. Für die Nachfolge steht bereits ein Ableger der Sisi-Palme bereit.
Wir waren heute Abschied nehmen von dem alten Baum und gleichzeitig den Frühling begrüßen, der mit Azaleen, Zwiebelblumen und Kamelien in der stilvollen Konstruktion aus Glas und Eisen bereits Einzug gehalten hat. Den Ort will ich mir jedenfalls merken und ihn besuchen, wenn ich wieder mal den Winterblues hab!
Mehr zur Sisi-Palme ist auch zu lesen auf wien.ORF.at.
Tags: Museum, Pflanzen, Wien
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